Ein Preis für Treibhausgas-Emissionen

Lausitz: Protest am Ausblick (in die Wüste) ©Autor

Die Idee einer Bepreisung von Treibhausgasemissionen ist alt. Neu ist, dass es sich nicht lohnt zu warten, bis alle mitmachen. Deutschland kann beim Klimaschutz vorangehen und dabei wirtschaftlich stärker werden.

Eigentlich hat Nicholas Stern bereits vor 12 Jahren eindrucksvoll belegt, dass die Kosten für Klimaschutz steigen, je später gehandelt wird. Doch nichts passierte. Fehlinvestitionen der Energieerzeuger in neue Kohlekraftwerke wie zum Beispiel in Moorburg, Datteln und Lünen oder der Automobilindustrie in die Dieseltechnologie reißen Milliardenlöcher in Konzernbilanzen. Wer die deutsche Industrie also vor Fehlinvestitionen in Sachen Umwelt bewahren will, muss die Investitionen steuern. Eine Wirtschaft, die weitsichtig in Nachhaltigkeit investiert, gibt es nur mit Zwang. Die sanftmütigste Form des Zwangs, ist eine CO2-Abgabe, die absehbar von Jahr zu Jahr steigt. Deren Ziel ist, die nationale Wirtschaft fit für die Bedingungen von Morgen zu machen, anstatt sie zu vergrämen oder mit falschen Subventionen zu Fehlinvestitionen zu bewegen.

Siebenmeilenstiefel

Solarmodul indielux an Balkonbrüstung ©indielux

Ist die Menschheit auf dem Weg in die Klimakatastrophe oder sind die erneuerbaren Energien auf dem Weg zum Durchbruch?

Paradoxerweise scheint beides gleichzeitig der Fall zu sein. Sehen wir es so: Die Klimakrise kann eine Chance sein, mutig am Ende der Sackgasse zu wenden, um mit ausreichend Rückhalt Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Die Energiewende schreitet in Deutschland -wie auch weltweit- mit Siebenmeilenstiefeln voran. Es könnte und müsste noch viel schneller gehen. Dennoch sind weltweit ca. 70 GW neue Solare-Erzeugungskapazität und ca. 40 GW neue Windenergiekapazität pro Jahr ein Erfolg. In Deutschland treibt der Erfolg der Energiewende den Politikern der Bundesregierung jedoch den Schweiß auf die Stirn: Sie wissen nicht, ob und wie sie etwas fördern sollten, was ohnehin erfolgreich ist. Zwei Cent mehr Vergütung können einen Investitionsboom auslösen, ein Cent weniger den Umbauprozess zum Erliegen bringen und die dort vorhandenen Arbeitsplätze vernichten.

stolz, glücklich oder beides

Tokai Challenger auf dem Weg zum 4. Platz | ©worldsolarchallenge.org

Die World Solar Challenge ist am Sonntag in Adelaide mit der Preisverleihung zu ende gegangen. Sieger des diesjährigen Solarautorennens war -wie im Vorjahr- das Team der TU Delft aus den Niederlanden.

Nuna 9, das Siegerfahrzeug der Challenger-Klasse, erreichte Adelaide am Donnerstag kurz nach 14:00 Ortszeit. Die 3021 km lange Rennstrecke durch das Australische Outback wurde ohne einen Tropfen Sprit, ohne Strom aus dem Netz, nur mit der Kraft der Sonne bewältigt. Das Rennen war in diesem Jahr eine besondere Herausforderung, weil sich die Sonne an mehreren Tagen überwiegend hinter Wolken versteckte und es sogar regnete. Dem siegreichen Solarauto genügte eine Solarzellenfläche von 2,64 m² um eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 81 km/h zu erreichen. Zweiter wurde das Team aus Michigan mit Novum und einem Rückstand von zwei Stunden; dritter Punch II von der Universität Leuven in Belgien. Das Team Sonnenwagen Aachen kam bei ihrem Debüt leider nicht in die Wertung, erreichte Adelaide jedoch aus eigener Kraft in respektabler Zeit.

Deutsche Solarautos gut unterwegs

Sonnenwagen beim abendlichen Betanken | ©Sonnenwagen Aachen

Sonntag morgen sind 38 Solarautos in Darwin im Norden Australiens auf ein 3000 km Rennen mitten durch Australien aufgebrochen. Morgen werden die meisten Fahrzeuge Alice Springs auf der Hälfte der Strecke erreichen. Das Rennen lässt sich life aus der Ferne mit Hilfe der GPS-Tracker der Fahrzeuge auf der Website der World Solar Challenge (WSC) verfolgen. Dazu informiert scientific gems regelmäßig den aktuellen Stand des Rennens und liefert darüber hinaus Analysen und Statistiken. Nach zwei Renntagen hat das Aachener Sonnenwagen-Team 964 km absolviert und die Bochumer 1074 km. Unterhaltsam wird die WSC mit einem Tag Nachlauf, wenn die täglichen Blogs und Video-Logbücher der Teams veröffentlicht werden.

Die technischen Pannen, die das Bochumer Team bereits während der Abnahme zu bewältigen hatte, haben sich leider am ersten Renntag fortgesetzt. Schon nach 5 km musste der blue.cruiser von der Straße.

sonnenhungrig und renntauglich

Wetterkapriolen in der Wüste auf Testfahrt mit dem blue.cruiser | ©Bochum Solar Car Team

Die technischen Untersuchungen der Fahrzeuge vor dem Start der World Solar Challenge (WSC) sind ein Ringen vor dem Rennen. Das „Static Scrutineering“ startete am 2.10. mit zwei Fahrzeugen und lief mit 14 Teams täglich weiter bist zum Donnerstag.

Das Scrutineering soll kein Prozess des Aussortierens sein, sondern mehr ein konzentriertes Schaulaufen mit dem Ziel der Qualifikation. „Wir gehen davon aus, dass jedes Auto regelkonform konstruiert ist. Wenn die Sicherheitsingenieure Fragen haben, ist es Sache des Teams uns zu überzeugen, dass das Fahrzeug den Regeln entspricht.“ betont Veranstaltungsdirektor Chris Selwood.

Als erstes Solarauto erhielt Violet vom Team Sunswift das Siegel der Renntauglichkeit. Sensationell, denn das Team hatte noch vor zwei Wochen die Präsentation des Fahrzeugs wegen eines Unfalls abgesagt. Heute erhielt das erste deutsche Solarauto, der Sonnenwagen die Freigabe für das Qualifying am Samstag.

Technologietransfer

Sion bei Präsentation | ©Sono Motors

In 4 Tagen startet die Word Solar Challenge (WSC) in Australien das 30 jährige Jubiläumsrennen. Die Hartnäckigkeit, mit der seit 1987 Jahren alle 2 Jahre Solarautos quer durch die Australische Wüste geschickt werden, trägt inzwischen Früchte. Die Technologie wird aus dem Outback in den Alltag übertragen.

Jedoch weniger durch etablierte Autohersteller, sondern durch neu gegründete Unternehmen. Klevere, junge Ingenieure und Mangager haben entdeckt, dass Elektrofahrzeuge sehr preiswert hergestellt und mit geringen Verbrauchskosten bewegt werden können.

Der Aachener Sonnenwagen entstand in einem Technologieumfeld an der RWTH Aachen, aus dem heraus auch die e.GO Automobile und der Streetscooter der Post entstanden sind. Diese jungen Unternehmen bauen Elektrofahrzeuge, die von der etablierten Autoindustrie nicht geliefert werden können.