Schlagwort: Nordrhein-Westfalen

Pumpspeicher

Grafik Unterflur Pumpspeicherwerk, Quelle: Uni Duisburg-Essen

Grafik Unterflur Pumpspeicherwerk, Quelle: Uni Duisburg-Essen

Wenn die Erneuerbaren Energien einen immer größeren Anteil an der Stromversorgung übernehmen, wird von denen, die wirtschaftlich nicht davon profitieren, gerne der Teufel an die Wand gemalt. Am beliebtesten sind: Das Netz bricht zusammen, die Kosten explodieren oder wegen der hohen Stromkosten flüchtet die Industrie aus Deutschland. Die jüngste Erfolgsmeldung der Solarbranche von 60% mehr Solarstrom und 6 GW neu installierter PV-Leistung sind wieder Anlass für neue Drohungen, die Neuinstallation gesetzlich zu limitieren.
Das Problem: Wenn bei nächtlicher Windstille im Winter zwei regenerative Quellen ausfallen (Wind und Solar) während der Energiebedarf hoch ist, werden alternative Energiequellen benötigt. Wasserkraft, gespeichertes Biogas und Biomasse allein sollen in der regenerativen Zukunft diese Lücke nur so weit ausgleichen, wie es ökologisch verträglich ist.

Windenergie im urbanen Umfeld

Hamburg Altenwerder, 2 x 6 MW (E126), Foto: www.mediaserver. hamburg.de/ W. Huppertz

Hamburg Altenwerder, 2 x 6 MW (E126), Foto: www.mediaserver. hamburg.de/ W. Huppertz


Erneuerbare Energien faszinieren nicht nur wegen ihrer für das Klima unschädlichen Wirtschaftsweise. Sie erfreuen sich vor allem deshalb besonderer Beliebtheit, weil sie durch ihre dezentrale bzw. lokale Verfügbarkeit Unabhängigkeit und Freiheit versprechen. Diese Freiheit ist nicht nur ein Privileg von Einsiedlern und kleinen Dörfern. Die 11.000 Seelen Gemeinde Morbach in der Pfalz macht vor, wie man sich auch als etwas größere dörfliche Gemeinschaft zu 100% durch Erneuerbare Energien versorgen und diese relative Autonomie gut vermarkten kann. Die Windenergieanlage auf dem Müllberg an der A9 in München ist, genauso wie jede Solaranlage einem Hausdach, ein Zeichen der neuen Freiheit. Dennoch, in Großstädten ist der Anteil lokal produzierender EE bisher meist unter 1%.

Potential groß und Planung gut

Egal ob es um die Errichtung von Windparks, Photovoltaikanlagen oder Biogasanlagen geht, die Diskussionen vor Ort und in der Presse zeigen, das regenerative Energie nicht umsonst zu haben ist. Die tatsächliche Relevanz der durch Erneuerbare verursachten Veränderungen wird besonders dann gegensätzlich eingeschätzt, wenn fehlende Informationen Gerüchte entstehen lassen. Diskussionsprozesse um Grenzen sind notwendig, weil sich im Verlauf immer wieder zeigt, dass sich auch Skeptiker einer neuen Situation mit Gewinn öffnen können.

Windparkplanung: komplexer Abwägungsprozess, Foto: AfEE

Windparkplanung: komplexer Abwägungsprozess, Foto: AfEE

Besonders Ungewissheiten können Ängste hervorrufen. Manche befürchten, in ihrer Ruhe gestört zu werden, andere, dass der Strom durch die EE teuer wird, dass Fledermäuse und Vögel vertrieben oder getötet werden könnten oder dass die Touristen ausbleiben würden.

Neuste Zahlen über die Verteilung der Windenergieanlagen in Deutschland belegen, dass auch bei dichter Besiedlung erhebliche Nutzungspotentiale bestehen. Sie zeigen erfreulicherweise auch, dass die planerische Steuerung funktioniert, so dass kein Zusammenhang zwischen der Nutzung der Windenergie und der Populationsdichte von Vögeln bzw. der Anzahl von touristischen Übernachtungen festgestellt werden kann.

Die meisten Windenergieanlagen, bezogen auf die Landesfläche stehen in