Kategorie: Klimaschutz

Ein Preis für Treibhausgas-Emissionen

Lausitz: Protest am Ausblick (in die Wüste) ©Autor

Die Idee einer Bepreisung von Treibhausgasemissionen ist alt. Neu ist, dass es sich nicht lohnt zu warten, bis alle mitmachen. Deutschland kann beim Klimaschutz vorangehen und dabei wirtschaftlich stärker werden.

Eigentlich hat Nicholas Stern bereits vor 12 Jahren eindrucksvoll belegt, dass die Kosten für Klimaschutz steigen, je später gehandelt wird. Doch nichts passierte. Fehlinvestitionen der Energieerzeuger in neue Kohlekraftwerke wie zum Beispiel in Moorburg, Datteln und Lünen oder der Automobilindustrie in die Dieseltechnologie reißen Milliardenlöcher in Konzernbilanzen. Wer die deutsche Industrie also vor Fehlinvestitionen in Sachen Umwelt bewahren will, muss die Investitionen steuern. Eine Wirtschaft, die weitsichtig in Nachhaltigkeit investiert, gibt es nur mit Zwang. Die sanftmütigste Form des Zwangs, ist eine CO2-Abgabe, die absehbar von Jahr zu Jahr steigt. Deren Ziel ist, die nationale Wirtschaft fit für die Bedingungen von Morgen zu machen, anstatt sie zu vergrämen oder mit falschen Subventionen zu Fehlinvestitionen zu bewegen.

Erneuerbare können mehr

Aus der neusten Halbjahresstatistik des BWE | ©BWE, VDMA, Deutsche Windguard

Die Erneuerbaren Energien wachsen in Deutschland weiter. Die Windenergie boomt sowohl an Land als auch auf See. Der Bundesverband Windenergie und der Arbeitskreis Energiestatistik haben Zahlen vorgelegt die im 1.Halbjahr 2017 einen kontinuierlichen Zuwachs belegen.

Auf dem Meer konnten bis Ende Juni über 623 Megawatt (MW) neue Windleistung neu installiert werden, an Land mit fast 2300 MW nahezu viermal so viel. Auf dem Meer vor der deutschen Küste können damit bei steifer Brise bis zu 4.750 MW Strom aus Wind erzeugt werden, an Land etwa 48.000 MW. Das entspricht zusammen theoretisch etwa zwei Drittel des durchschnittlichen Strombedarfs.

Hickhack oder Verhandlung?

GlobalClimateMarch 29.11.15 in Berlin, Foto: ©Autor

GlobalClimateMarch 29.11.15 in Berlin, Foto: ©Autor

Kommenden Montag treffen sich Vertreter aller Staaten der UN-Weltgemeinschaft zur Klimakonferenz COP21 in Paris, um über gemeinsame Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels zu verhandeln. Zum 21. Mal reisen Diplomaten aus den 193 Mitgliedsstaaten zu einer Konferenz, die berühmt ist für hohe Erwartungen und belanglose Ergebnisse. Bis zum 11.Dezember wollen sie in Paris die Grundlagen für ein Folgeabkommen zum Kyoto-Protokoll erarbeiten. Sie müssen einstimmig entscheiden. Auch wenn das eigentliche Ziel, auf dieser Konferenz ein Abkommen zu erarbeiten, bereits aufgegeben wurde: Der Druck ist groß, sichtbare Ergebnisse zu erzielen. Denn der Klimawandel auf der Erde ist für Mensch und Natur immer deutlicher spürbar.

Energiewende europaweit online sichtbar

Erneuerbarenpower in der Hauptstadt. (Grafik: ©repowermap.org)

Erneuerbarenpower in der Hauptstadt. (Grafik: ©repowermap.org)

Eine interaktive Übersichtskarte für erneuerbare Energien in Europa bietet www.repowermap.org. Die Idee der gemeinnützige Initiative ist, durch das Sichtbarmachen von Praxisbeispielen in der eigenen Region, der eigenen Stadt oder der eigenen Nachbarschaft Menschen zu motivieren, erneuerbare Energien und Energieeffizienzmassnahmen zu nutzen. Die auf der Karte dargestellten Informationen sollen außerdem zum Informationsaustausch und der Verbreitung innovativer Technologien beitragen.

Seit 2012 wird die Initiative von der Europäischen Union im Rahmen des Intelligent Energy Europe Programms unterstützt. Ziel ist, 40.000 konkrete Praxisbeispiele für die Nutzung erneuerbarer Energien und für Energieeffizienz zusammenzutragen.