Schlagwort: Klimaschutz

Siebenmeilenstiefel

Solarmodul indielux an Balkonbrüstung ©indielux

Ist die Menschheit auf dem Weg in die Klimakatastrophe oder sind die erneuerbaren Energien auf dem Weg zum Durchbruch?

Paradoxerweise scheint beides gleichzeitig der Fall zu sein. Sehen wir es so: Die Klimakrise kann eine Chance sein, mutig am Ende der Sackgasse zu wenden, um mit ausreichend Rückhalt Veränderungen auf den Weg zu bringen.

Die Energiewende schreitet in Deutschland -wie auch weltweit- mit Siebenmeilenstiefeln voran. Es könnte und müsste noch viel schneller gehen. Dennoch sind weltweit ca. 70 GW neue Solare-Erzeugungskapazität und ca. 40 GW neue Windenergiekapazität pro Jahr ein Erfolg. In Deutschland treibt der Erfolg der Energiewende den Politikern der Bundesregierung jedoch den Schweiß auf die Stirn: Sie wissen nicht, ob und wie sie etwas fördern sollten, was ohnehin erfolgreich ist. Zwei Cent mehr Vergütung können einen Investitionsboom auslösen, ein Cent weniger den Umbauprozess zum Erliegen bringen und die dort vorhandenen Arbeitsplätze vernichten.

Erneuerbare können mehr

Aus der neusten Halbjahresstatistik des BWE | ©BWE, VDMA, Deutsche Windguard

Die Erneuerbaren Energien wachsen in Deutschland weiter. Die Windenergie boomt sowohl an Land als auch auf See. Der Bundesverband Windenergie und der Arbeitskreis Energiestatistik haben Zahlen vorgelegt die im 1.Halbjahr 2017 einen kontinuierlichen Zuwachs belegen.

Auf dem Meer konnten bis Ende Juni über 623 Megawatt (MW) neue Windleistung neu installiert werden, an Land mit fast 2300 MW nahezu viermal so viel. Auf dem Meer vor der deutschen Küste können damit bei steifer Brise bis zu 4.750 MW Strom aus Wind erzeugt werden, an Land etwa 48.000 MW. Das entspricht zusammen theoretisch etwa zwei Drittel des durchschnittlichen Strombedarfs.

Gedränge im Outback?

tyssenkrupp blue.cruiser ©Hochschule Bochum Solar Car Team

tyssenkrupp blue.cruiser ©Hochschule Bochum Solar Car Team

(aktualisierte Version) Fünfundvierzig Solarfahrzeuge mit der Sonne als einzigem Treibstoff werden ab dem 8.Oktober 3000 km durch das australische Outback fahren. Sie treten an, die World Solar Challenge (WSC) zu gewinnen, die inoffizielle Weltmeisterschaft der Solarmobile.
Die Rennleitung gab am 6.Juli die offizielle Liste der internationalen Teilnehmer bekannt. Von den 16 asiatischen Teams kommt ein Viertel aus Japan. Die USA schicken 7 der 9 Fahrzeuge aus Amerika, nur 1 davon aus Südamerika. Gastgeber Australien ist mit 7 Fahrzeugen dieses Mal sehr stark vertreten. Aus Afrika kommen 2 Teams. Die 11 europäischen Teilnehmer kommen aus den Niederlanden (3), Großbritannien (2), Schweden (2), Deutschland (2), Polen (1) und Belgien (1). Da jedes der 46 Teams 2-10 Begleitfahrzeuge hat wird sich mit dem Rennstart ein beeindruckender Fahrzeugpulk in Bewegung setzen. Gut, dass der Stuart Highway im australischen Outback viel Platz bietet.

Erstmals zwei deutsche Solarautos am Start

Visualisierung Sonnenwagen

Visualisierung des Aachener Sonnenwagens, © Team Sonnenwagen Aachen

An der World-Solar-Challenge (WSC) im Oktober 2017 in Australien werden erstmals zwei deutsche Teams teilnehmen: Neben dem etablierten Team der Hochschule Bochum startet erstmals das Sonnenwagen-Team aus Aachen. Die letzten 6 Monate vor dem Start haben begonnen.

Die studentischen Teams stehen unter extremen Zeitdruck. Sie müssen gleichzeitig technische, organisatorische und menschliche Herausforderungen meistern. Sie bauen gerade die Komponenten für ihre Fahrzeuge, doch schon bald müssen die Teile ein Ganzes ergeben. In den nächsten Wochen müssen die verschiedenen Disziplinen der Solarauto-Teams, Designer*innen, Karosseriebauer*innen, Elektrotechniker*innen, Informatiker*innen und viele weitere Disziplinen,  ein gemeinsames Produkt zum Leben erwecken.

Die Blog-Beiträge der Teams über die Entstehung der Fahrzeuge vermitteln den Eindruck von brodelnden Ideenschmieden, in denen aus einer Mischung aus Wissen, Organisation, Motivation und Disziplin Großartiges entstehen wird.